Diamanterscheinungen

Diamanterscheinungen


 Arten struktureller Erscheinungen in Diamanten

Die Strukturerscheinungen von Diamanten können anhand kristallographischer Begriffe in zwei Gruppen unterteilt werden:

  1. Strukturerscheinungen in Einkristallen
    Einkristalle sind per Definition Kristalle, die eine durchgehend einheitliche Kristallstruktur haben.D.h., dass ein Einkristall in jedem Punkt gleichartig orientiert ist. Auf Diamant bezogen bedeutet das, dass in einem Einkristall die Strukturrichtung nicht wechselt. Typisches Beispiel für Einkristalle ist sägbare Ware.Im allgemeinen können Einkristalle verschiedene Arten von Strukturerscheinungen aufweisen. In Diamanten können Ãœblicherweise zwei typische Erscheinungen vorkommen. Zum einen sind es die sogenannten Wachstumslinien. Dies sind linienartige Zonen in Diamanten, die schwierig zu finden und im allgemeinen in zueinander rechtwinklig verlaufenden Richtungen zu sehen sind.
    Eine zweite Art von Strukturerscheinungen in Diamant-Einkristallen ist eine flächenartige Strukturstörung, die meist an äußerlich sichtbaren (parallelen) Linien, die sich üblicherweise über mehrere Facetten des geschliffenen Diamanten erstrecken, zu identifizieren ist. Diese Linien werden äußerlich Strukturlinien (surface grainlines) genannt. Die im Inneren gelegenen Ebenen können entweder farbige Effekte (bräunlich gefärbte Zonen) oder weiße Lichtreflexionen (reflektierende Strukturebenen) verursachen.

  2. Polykristalle und ihre Strukturerscheinungen
    Ein Diamant kann in der Weise kristallisieren, dass der Rohdiamant aus zwei oder mehr Teilen mit verschieden orientierten Kristallstrukturen zusammengesetzt ist. Die Übergänge zwischen diesen verschiedenen Teilen werden Nähte (Knoten) genannt.
    Wenn diese Diamanten geschliffen werden, sind die Nähte gewöhnlich noch in Form von innerlich sichtbaren Nahtflächen und/oder äußerlich sichtbaren Nahtlinien (Knotenlinien) identifizierbar.
    Eine besondere Art der Polykristalle sind die Zwillingskristalle, die im Handel macle genannt werden. Macle sind Diamanten, die aus zwei Teilen zusammengesetzt sind, deren jeweilige Kristallorientierung eine bestimmte Zuordnung aufweisen. Der eine Teil ist das Spiegelbild des anderen, wobei die Spiegelebene in einer Spaltrichtung des Diamanten liegt. Wie bei den anderen Polykristallen ist der Ãœbergang zwischen den beiden Teilen eines macle im geschliffenen Diamanten als Fläche sichtbar, die dann Zwillingsebene genannt wird, und/oder als Linie, die Über den gesamten Diamanten läuft und Zwillingslinie genannt wird
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